Was ist denn los?!
Da habe ich doch wirklich gedacht, 2026 wird mein Jahr.

Da habe ich doch wirklich gedacht, 2026 wird mein Jahr.
Anfang des Jahres habe ich Niekrenz verlassen, weil es mich dort einfach nicht mehr glücklich gemacht hat. Alles wurde teurer: die Miete, die Nebenkosten, die Kleider im Einkauf. Nur mein Lohn blieb immer gleich.
Und irgendwann kam dieser Gedanke: Was passiert eigentlich, wenn ich mal länger ausfalle? Wenn ich krank werde? Diese Kosten könnte ich auf Dauer niemals alleine tragen. Und mein Hobby, meine Brautkleider, dürfen darunter niemals leiden. Das war immer mein Hauptgedanke.
Also musste sich etwas ändern.
Aber es ging nicht nur um finanzielle Angst. An dieser Wohnung hingen inzwischen auch viel zu viele schlechte Erinnerungen.
Ich habe die Liebe eines Menschen nicht erwidert und musste dafür zwei Jahre durch die Hölle gehen. Drohungen, Anzeigen, Diebstahl und Stalking haben meine Zeit in dieser Wohnung geprägt. Bis hin zu einem einzigen Anruf, der mich plötzlich mein gesamtes Leben infrage stellen ließ.
Die Wohnung und mein Laden waren wunderschön. Aber für mich einfach nicht mehr tragbar.
Also schmiss ich zum Abschied eine Strandparty mit all meinen Lieblingsmenschen. Es gab Bratwurst im Brötchen mit Curryketchup, Wikingerschach und ganz viele Momente, die wir mit Einwegkameras festgehalten haben.
Ich wollte einen besonderen Abschluss schaffen, weil ich selbst nicht wusste, wohin meine Reise durchs Leben als Nächstes gehen würde. Aber dieser eine Tag sollte für uns alle in schöner Erinnerung bleiben.
Ich wollte zurück.
Zurück zu meinem Ursprung.
Ohne Druck. Ohne Fernsehkameras.
Aber niemals so weit zurück, dass ich wieder dort lande, wo ich einmal hergekommen bin.
Das war für mich persönlich immer eines meiner größten Ziele. Und dieses Ziel hatte ich schon lange erreicht, bevor das Fernsehen überhaupt kam.
Eigentlich wollte ich mir mit den Brautkleidern nur ein bisschen Geld am Wochenende dazuverdienen. Ich wollte nie Karriere machen. Ich wollte nie berühmt werden.
Ich wollte einfach nur glücklich sein.
Dann kam mein erster Dreh mit dem NDR.
Und danach wurde ich regelrecht überrannt.
Versteht mich nicht falsch: Ich bin für diese Nordreportage bis heute unglaublich dankbar. Sie zeigt meine Liebe zu meinem Hobby zu hundert Prozent. Aber was danach passieren würde, war mir überhaupt nicht bewusst.
Plötzlich sprechen dich Menschen auf der Straße an. Sie kennen deinen Namen. Sie wissen, wo du wohnst. Sie möchten Fotos mit dir machen.
Eigentlich hätte ich an diesem Punkt schon aufhören sollen.
Habe ich aber nicht.
Denn ich habe gesehen, wie sehr sich Menschen gefreut haben, wenn sie mich erkannt haben. Und ich habe gesehen, wie stolz meine Familie plötzlich auf mich war.
Endlich war ich jemand in ihren Augen.
Aber innerlich hat mich dieser Druck, jetzt immer wieder „abliefern“ zu müssen, irgendwann regelrecht krank gemacht.
Neid. Hasskommentare. Dieses permanente Bewertetwerden von Menschen, die überhaupt nicht wissen, welcher Kampf hinter so einem Business steckt.
Und irgendwann dachte ich, ich hätte meinen Platz gefunden.
Im Hospiz.
Ein Ort, an dem ich nicht ständig abliefern muss. Ein Ort, an dem ich mit dem Geld, das ich verdiene, Menschen eine Freude machen kann.
Irgendetwas Gutes musste das Ganze ja haben. Wenn mich das Geld selbst nicht glücklich macht, dann vielleicht wenigstens die Menschen, die es wirklich brauchen.
Doch was danach passierte, ist für mich an Bodenlosigkeit kaum zu überbieten.
Ich möchte gar nicht ins Detail gehen.
Aber ich habe eine kleine Angewohnheit:
Manchmal stelle ich mich ganz bewusst ein bisschen dumm. Nicht, weil ich nichts verstehe. Sondern weil ich wissen möchte, was Menschen erzählen, wenn sie glauben, ich würde nichts hinterfragen.
Und ihr glaubt gar nicht, wie schnell man auf diese Weise Antworten bekommt.
Antworten, die plötzlich für sehr viel Klarheit sorgen.
„Du bist so transparent, dass man deine Manipulation meilenweit erkennen kann.“
#fyjgg
Und jetzt frage ich mich eigentlich nur noch:
Wie wird wohl das Ende von 2026 für mich aussehen?










